

Das Hamburger Stadtbild wird wesentlich durch seine Gewässer geprägt. Elbe, Alster und die vielen Kanäle im Wechselspiel mit Grünanlagen und Architektur begründen den Ruf der Hansestadt als eine der schönsten Städte der Welt. Diese einmalig-günstigen Bedingungen sorgen bei Einwohnern und Besuchern für eine hohe Lebens- und Erlebnisqualität.
Wobei besonders die Alster, malerisch im Herzen von Hamburg gelegen, als attraktiver Standortfaktor erfolgreich nach Außen kommuniziert wird. Das Drachenbootfahren ist eine jahrtausendealte chinesische Sportkultur. Seit 1989 gibt es Drachenboote auch in Hamburg und damit erstmalig in Deutschland. Von hier aus fand dieser begeisternde Sport schnell Anhänger und damit eine rasante Verbreitung in der ganzen Bundesrepublik. Die Hansestadt kann somit aber als Wiege des Drachenbootsports in Deutschland bezeichnet werden.
Im Drachenboot erleben die Schüler Wasser und Wassersport. Strömungen, Wellen, Wind und Bootsbewegungen vermitteln den Schülern mehr als nur einen kurzen Einblick in die Besonderheiten dieses Sports.
Die Besatzung eines Drachenbootes besteht aus 20 Sportlern, die jeweils zu zweit in Reihen sitzend paddeln. Der Trommler, gibt den Takt akustisch weiter und der Steuermann, hält das Boot auf den richtigen Kurs.
Alle Kinder und Jugendliche sind hier gleichermaßen gefordert ihren Beitrag zu leisten. Diese neue, auch anstrengende Situation fördert und prägt die Lernbereitschaft des Einzelnen und der Gruppe. Dabei sind die Bewegungen im Detail komplex und verbessern die koordinativen Fähigkeiten. Die direkte Wahrnehmung von Tempo, Kraft und Rhythmus im Medium Wasser mit einer hohen situativen Komponente schult das Wahrnehmungs– und Verantwortungsbewusstsein der Schüler. Im Bewegungsfeld von Gleiten, Fahren und Rollen angesiedelt ist diese trendige Sportart wie kaum eine zweite Sinnbild für Teamgeist und Gemeinschaft bei deren Ausübung „alle in einem Boot sitzen“.
Diese Gestaltung des Unterrichts außerhalb normierter, reglementierter Sportstätten stützt die Idee der „bewegten Schule“ d.h. die aktive Teilnahme am Drachenbootsport hilft neue Bewegungsräume zu erschließen und schafft nachhaltig eine neue, soziale, gruppendynamische Erlebnisqualität.
Die Teilnahme am Training bis hin zum Schülercup auf der Binnenalster, als saisonaler Höhepunkt mit Wettkampfcharakter, schafft Leistungsanreize die zur Identifikation mit der Schule beitragen.
Wassersport soll durch das Drachenbootfahren allen Schülern zugänglich gemacht werden. Die Überwindung von sozialen Barrieren und die Vermeidung von Mehrklassensystemen stehen dabei, unter sozialen Aspekten, im Vordergrund.
Darüberhinaus soll Drachenboot im Schulsport neben dem Erreichen schulischer, integrativ-sozialer und sportlicher Ziele, auch einen Beitrag dazu leisten, die jungen Bürger Hamburgs für die Schönheit ihrer Heimatstadt zu sensibilisieren und zu begeistern.
Als AG am Nachmittag, im Rahmen einer Projektwoche oder in regelmäßigen Zyklen im Sportunterricht integriert, geht es darum praxisorientiert zu arbeiten.
Die Bereitstellung der Boote, die Anfahrt, Umkleide- und Nachbereitungszeit werden dabei an realistische Zeitvorgaben des Schulstundenablaufs angepasst.
Drachenbootsport ist auch ein wettkampforientierter Sport.
Es gibt hierbei für jeden Schüler die Möglichkeit mit seiner Mannschaft, an einem Wettkampf teil zu nehmen. Die Bootsbesatzungen bestehen aus Mädchen und Jungen. Diese Rahmenbedingung führt somit selbstverständlich zu einem sportlichen Gruppenerlebnis im gesamten Klassenverband.
Die Erfahrungen anderer Bundesländer (z.B. Mecklenburg-Vorpommern), haben gezeigt, dass die Integration eines neuen Sports in den Schulalltag nachhaltig nur dann leistbar ist, wenn zu dem angebotenen Training ein gemeinschaftlicher Saisonabschluss in Form eines Turniers oder einer Regatta angeboten wird.
Die Lehrerausbildung wird, bedingt durch die Erfahrungen und dem Feedback der letzten Lehrerfortbildung, sowohl aus Theorie und Praxis bestehen und Drachenboot-Fahrschule heißen.
Die Einweisung erfolgt in zwei Modulen, die jeweils an einem Wochenende (ca. Freitag 16-19 Uhr und Samstag 10-13 Uhr) stattfinden.
Das erste Modul unterrichtet die Teilnehmer in Paddeltechnik (didaktisch und methodisch), elementaren Wasserstraßenregeln (alsterspezifische Sicherheitsunterweisung) und dem Bootstrimm für die Mannschaft und für das Boot. Im 2. Modul werden die Lehrer zu Steuerleuten ausgebildet und vertiefen die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem ersten Modul.
Praxistauglich wird die Drachenboot-Fahrschule durch unsere weiterführende Begleitung der Lehrer im Schulalltag. Jeder Lehrer hat die Möglichkeit, uns als intervisierenden Trainer oder Steuermann, zu einem geplanten Unterricht zu rufen. Ziel ist es, die Lehrer solange zu unterstützen, bis sie autonom mit ihrer jeweiligen Gruppe ein Drachenboottraining sicher, effektiv und mit viel Spaß leisten können.
Die Zusammenarbeit mit der Schulbehörde soll gefestigt werden, indem die Schulbehörde weiterhin unterstützend ( z.B Einbindung in Newslettern, evtl.Koordinierung der Lehrerfortbildung…) und SD-Services mit der Einbringung von Fachwissen, Regattaplanung und der Bereitstellung der Drachenboote hilft. Durch eine gute Zusammenarbeit soll der Drachenbootsport in Hamburg zu einem festen Bestandteil im schulischen Alltag werden. Desweiteren soll durch regelmäßige Sichtung, auch die Förderung von jungen Talenten für den Drachenbootsport vorangetrieben werden.
Der Initiator der Aktion „Drachenboot im Schulsport“ Jan Biedler , geb.1964 in Hamburg,verfügt über langjährige Erfahrung und Erfolge in dieser Sportart. Er ist unter anderem mehrfacher Deutscher Meister, Mitglied der Herren Nationalmannschaft und Vizeweltmeister.
Diese Erfahrung gepaart mit Kenntnissen und Fähigkeiten als professioneller Fitness- Trainer und Ausbilder von Trainern weisen ihn als Spezialisten im Bereich des Drachenbootfahrens und –trainings aus.
Das Ziel der Kooperation von Lehrern, Schulbehörde und Young Dragons e.V. ist es durch die entstehenden Synergien, Hamburger Schüler kompetent, professionell und mit Spaß an der Sache nicht nur für den Drachenbootsport, sondern auch für die weitgehend unbekannte natürlich-wasserbezogene Seite ihrer Heimatstadt zu begeistern.